Luftaufnahme von Nauroth

Nauerter Hondach im WW-TV

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Wilde Kerle unterwegs

Seit 150 Jahren Hondach in Nauroth

Aufnahme von Hondachsjongen 2019
Hondachsjongen 2019

Der Hondach in Nauroth ist mittler­weile auch über die Kreis­grenzen hinaus bekannt, berichtet doch in unregel­mäßigen Ab­ständen auch der SWR RLP darüber. Der Brauch hat einen beein­druckenden Stamm­baum und geht, belegbar bis in die letzten Jahre des 19. Jahr­hunderts, zurück. Alte Uni­formen, lustige Ver­klei­dungen und Co. sind an diesem Tag im Januar der Dress­code.
Der Zug durch das Dorf, der ganz den Männer vor­ be­halten ist, steht - wie kann es anders sein - ganz oben auf der Liste der be­lieb­testen Tradi­tionen, sicher auch wegen der "mar­kanten Tracht". Für jemanden, der noch nie dort war, klingt es fast un­glaub­lich, wie sich eine doch ver­hältnis­mäßig be­schauliche, kleine Gemeinde verwandelt und Un­holde ihr Un­wesen treiben. Das läuft alles, ohne jeg­lichen Kom­merz, ledig­lich auf der Abend­ver­an­staltung müssen "die Aus­wertigen" Ein­tritt bezahlen. Schlange stehen kann einem da schon ein­mal passieren, denn die Ver­an­staltung mit Live­musik, die sich aber eher un­auf­fällig an das Spektakel des Tages anschließt, ist stets gut besucht. Für die Organi­satoren der Tanz­ver­anstaltung- das Drum­herum-Team, rund um den Hon­dach und den ört­lichen Musik­verein, der die Gäste auf der Abend­ver­an­staltung be­wirtet beginnt die Arbeit schon im Vor­feld. Auch das Drum­herum hat mittler­weile einen hohen Bekannt­heitsgrad.
Nirgend­wo sonst im Kreis Alten­kirchen findet man heute noch Ketten­bären, Bären­treiber zusammen mit Wirten, Glaubens­brüdern und schönen Frauen. Besucher kommen wegen der Kostüme der bunten Schar oft aus dem Staunen nicht heraus.
Die, die sich auskennen, sind Mario Dönges, in diesem Jahr gemein­sam mit Michael Kohlhas 25 Jahre dabei und Thomas Brühl, der bereits 20 mal teilnahm. Alle eint, sie genießen ihren ganz besonderen Feier­tag und las­sen sich von der Atmos­phäre an diesem Tag an­stecken und mit­reißen. "Wir sind echte Nau­erter Jungs, für uns ist es Beru­fung und Pflicht am Hondachs­zug durch den Ort teil­zunehmen“. Es ist dem Engage­ment vieler zu ver­danken, dass sich dieser Brauch bei uns bis heute ge­halten hat. Gern geben wir diese Tradi­tion an die jüngeren weiter und hoffen so, dass der "Hondach" weiterlebt. In unserer hek­tischen Zeit ist es sehr schön, alt bekannte Sit­ten und Ge­bräuche zu pflegen und alle jungen Männer sind herzlich eingeladen sich uns an­zu­schlie­ßen." Mit einem ver­schmitz­ten Lächeln sagen die drei zum Abschluss in der rustikal be­kannten Art der Burschen: "Wir nehmen auch Zuge­reiste mit."(kd)


Hondach in Nauroth

zwischen Tradition und Brauchtumspflege

Historische Aufnahme von Hondachsjongen 1967
Hondachsjongen 1967

Gleich nach Weihnachten regt es sich in der Whats-App-Gruppe der Hondachs­jungen, der Virus hat sie voll im Griff. Bei den Burschen in Nauroth hält man die Luft an, denn es gibt einiges vorzubereiten. Sind alle Plakate für die abendliche Feier verteilt und geklebt? Wie viel Bären­schminke wird gebraucht und wer stellt sie her? Und- ganz wichtig, wer ist in diesem Jahr der Bär?
Vor einer Woche, am 28. 12. haben sich die Män­ner ge­trof­fen und die er­forder­lichen Einzel­heiten zur Organi­sation be­sprochen, damit alles gut läuft am 05. Januar 2019, am Hondach, wenn sich die Teil­nehmer um 9.00 Uhr im Dorf­gemein­schaftshaus einfinden. Auf dem Treffen beim ört­ lichen Wirt "Karl" wurden soweit wie möglich schon die Rollen (Bär, Bären­treiber, Wirt, Polizei, Kasse) verteilt, Zu­ständig­keiten zur Ver­pfle­gung mit Speisen und Getränken fest­gelegt und be­stimmt wer beim Zug vor­an­geht.
Schon in den ver­gangenen Jahren wurden im Rahmen der Vor­berei­tungen die Kos­tüme zu­sammen gesucht, die Plakate in den um­liegenden Ort­schaften, an Tank­stellen und Geschäften aus­gehängt und so manche Kleinig­keit besorgt, die den Hondach auch 2019 wieder zum Erlebnis für alle Nau­rother, Hondachs­jungen und ihre Gäste machen sollen.
Improvi­sation wird groß ge­schrieben, denn es wurde bis­her bewußt auf die Gründung eines Vereins zur Brauch­tums­pflege verzichtet. Mit Brauch­tum ver­binden die meis­ten Men­schen Fol­klore- oder Trachten­vereine. Brauchtum: Das klingt für junge Leute so nach gestern, aber das ist ein Vor­ur­teil. Wer Bräuche schätzt und pflegt, wie die jungen und nicht mehr ganz so jungen Männer den Hondach im Geb­hards­hainer Land, erzählt uns Ge­schichten von der Gemein­schaft und deren Tradi­tion. Das scheint weit weg vom Heute. Ander­seits steht Brauc­htum mit­tler­weile eben auch für Anderes: für lokale Geschichts­pflege, für ehre­namtliches Engage­ment, für ein offenes und lebendiges Mit­einander. Bräuche dürfen nicht in musealen Vitrinen sterben, deshalb pflegen die Men­schen in Nauroth mit viel Herz­blut ihren "Hondach".
Nahezu jeder junge Mann im Ort ist schon ein­mal mit­ge­gangen und jede Familie freut sich, jährlich ca. 50 laut singenden und lustig kostü­mierten Burschen an der eigenen Haus­tür die Hand zu schütteln. "Prosit Neujahr in diesem Haus" ist dann in dem 1200 Seelen großen Örtchen in den Straßen zu hören. Zur abend­lichen Ver­anstal­tung laden wie immer die Hondachs­jungen die Naurother­innen und Naurother sowie die Gäste aus den umliegenden Ort­ schaften herz­lich ein. Den Auftakt bestreitet um 18.00 Uhr der Musik­verein Lucken­bach, an­schließend rocken „First­beat“ den Saal des Bürger­hauses Nauroth. Die Be­wirtung der Feiern­den über­nimmt wieder der ört­liche Musik­verein.(kd)


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